Bunte Kerzen und knisterndes Feuer

März. Vor uns liegt das Osterfest. Und schon immer habe ich mich gefragt, wieso es eigentlich bunte Eier zu Ostern gibt. Ob diese Frage auch ein Thema für die Kinderkirche sein kann? Nach der Ostergeschichte, in der keine bunten Eier vorkommen, geht’s los. Ob die Kinder wissen, was bunte Eier mit Ostern zu tun haben? Aber ich schaue in ratlose Gesichter. Wir überlegen und es fällt uns ein, dass wir ja noch in der Fastenzeit sind. Auf was verzichtet man denn da so? Fernsehen, sagt ein Mädchen. Handy, sagt ein anderes. Fleisch, ruft eine Junge von hinten in die Kirche hinein. Ok, und was ist mit Eiern? Früher durfte man in der Fastenzeit auch keine Eier essen. Aber die Eier waren ja da, denn die Hühner machten beim Legen keine Pause. Also mussten die Eier gelagert werden. Wieder geraten wir ins Grübeln, denn Kühlschränke kannte man damals noch nicht. Wenn man Eier kocht werden sie haltbar. Stimmt. Aber wie unterscheidet man die gekochten von den rohen Eiern? Wieder überlegen wir. Vielleicht markieren? Richtig: In das Kochwasser hat man Pflanzenteile gelegt und hat so die Eier gefärbt. Und dann fällt uns wieder ein, dass Rotkohl rot färbt und oft im Winter gegessen wird. Daher hat man früher auch häufig Rotkohl mit in das Kochwasser der Eier gegeben und so hatte man rote Eier. Zu Ostern brachte man die Eier dann mit anderen Lebensmitteln in einem Korb mit in die Kirche und ließ sie segnen. Und so ist das Ei noch heute Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben.

Puh – das ist geschafft! Vom Denken raucht uns ganz schön der Kopf. Da kommt das Ausschütteln von Armen und Beinen vor dem Kerzenbasteln gerade recht.

In der Ostergeschichte haben wir vorhin noch das geopferte Lamm gesehen. In der Gemeindeküche duftet es inzwischen schon richtig lecker. Denn wir haben uns für gebackene Osterlämmer entschieden. Und so vergeht der Nachmittag wie im Flug. Während uns der Rauch des Feuers in die Nasen steigt werden Osterlamm gegessen, Apfelschorle getrunken und die alten Bräuche sind auf einmal wieder ganz nah.

In der Kirchentür. Als sich die Kinderkirche dem Ende entgegen neigt und das Feuer noch leise vor sich hin knistert, werden die ersten Kinder abgeholt. Zwei Mädchen kommen mit ihrer Mutter auf uns zu: „Wir möchten uns noch mal bedanken,“ sagt die Frau und strahlt uns an. „Wofür?“ fragen wir. „Na, dass Sie das einmal im Monat machen. Wir sind nämlich nicht evangelisch aber wir schauen immer in die Zeitung und freuen uns schon auf das nächste Mal.“

Die Kinderkirche gibt’s wieder am 26. April, 07. Juni und 12 Juli 2013 von 15 bis 18 Uhr.