Auf der Suche nach dem Frühling

Es ist Ende April. Nach den ersten warmen Tagen jagen die Wolken der Sonne hinterher und holen sie immer wieder ein. Und auch der Regen macht ihr zu schaffen. Nur selten ist ein Regenbogen zu sehen, so tief hängen die Wolken am Himmel. Hat der Frühling sich in diesem Jahr versteckt? Und wie sieht er überhaupt aus, der Frühling?

In Irland glauben viele Menschen, dass der Frühling ein kleines grünes Fabelwesen ist, das im Wald lebt und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen hervor tritt. Es hat gute Laune im Gepäck. So viel gute Laune, dass man einfach singen und tanzen und Spaß haben muss. Wir haben uns überlegt, ein solches Fabelwesen ist nur im Wald beim Kleinen Volk zu finden. Und schon sind wir auf dem Weg: Mit Gummistiefeln und in Regenjacken erkunden wir als Rumpelwichte den Wald. Dabei hat Emil der Igel uns einen Weg aus grünen Bändern markiert. Und den müssen wir erst einmal finden. Aber die Neugier von uns Rumpelwichten ist so groß, dass wir schon bald an einem Spielplatz ankommen. Neugierig schauen Pferde über den Zaun und beobachten wie wir klettern und balancieren.

Dann führt uns der Weg weiter und tiefer in den Wald. Hier haben wir Glück: Eine vergessliche Felsenmeerhexe hat einen Teil vom Goldschatz unter einer Wurzel liegen lassen. Der wird natürlich gehoben bevor wir die Schätze des Waldes einsammeln. Zweige und Äste wandern ebenso in unsere Tüten wie Steine, Federn, Blätter und Moos. Während einer Pause stolpert einer von uns Rumpelwichten über eine Wurzel. Und siehe da: Ein kleiner grüner Kobold hat sich dort versteckt. Gut geschützt vor Regen und Wind hat er dort so tief und fest geschlafen, dass er den Beginn des Frühlings glatt verpasst hat. Als Schmutzfinken kehren wir mit unseren Schätzen an die Kirche zurück. Die Schätze möchten wir gerne mit vielen anderen teilen. Und so verarbeiten wir sie in einem Webrahmen.

Als sich der Nachmittag und die Kinderkirche dem Ende zu neigen, hängen wir den gut gefüllten Webrahmen zwischen zwei Bäumen auf. Und siehe da: Der Regen hat sich in den Wolken verkrochen. Gut, dass wir den kleinen grünen Kobold endlich geweckt haben.